Hans-Joachim (Hajo) Czirski

Mein Leben mit Hunden – So begann es:

1950 wurde ich in Hamburg geboren. Nach einer Lehre als Kfz-Schlosser ging ich 1969 als Zeitsoldat zu Bundeswehr. Obwohl ich nach der Dienstzeit als Fahrlehrer die Möglichkeit hatte, mich selbstständig zu machen, wechselte ich 1976 zur Polizei. Dort hatte ich auch den ersten Kontakt zu einem Rottweiler und lernte das Wesen der Rasse lieben – ich war aber nie Hundeführer bei der Polizei. Nachdem wir dann unsere ersten Rottweiler in unseren Haushalt aufnahmen, traten wir in einen Gebrauchshundeverein ein. Nach einiger Zeit wurde ich dort 1. Vorsitzender und später, nach einem Wechsel des Vereins, absolvierte ich die Ausbildung zum Sachkundenachweis VPG (früher Schutzdienstausbildung). Da aber auch in diesem Verein unsere Philosophie nicht durchsetzbar war, verließen wir 2006 endgültig den Verband. Meine Frau und ich gründeten „Stefanies Hundeschule“.

Bei Fortbildungen lernte ich u. a. Thomas Baumann kennen. Von ihm übernahm ich das Motto: „Wer etwas aus ideologischen Gründen ablehnt, vergibt dabei vielleicht gerade die Möglichkeit, die bei diesem Hund weiterhelfen würde.“

Auf der Suche nach einem Berufsverband musste ich feststellen, dass zwischen den Trainern der verschiedenen Ausbildungsmethoden eine Art „Glaubenskrieg“ bestand, der die Hundetrainer in verschiedene Lager teilte. Angesichts des Hundegesetzes Niedersachsen wuchs in mir der Wunsch nach einer methodenübergreifenden Berufsvertretung für Hundetrainer.

Hajo Czirski

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Meine Visionen

Warum schafften es die Hundetrainer eigentlich bisher nicht, sich zu organisieren? Wie hätte sich eigentlich die Wirtschaft entwickelt, wenn sich immer alle so wie Hundetrainer verhalten hätten?

Ich möchte dazu ein Beispiel aus meinem früheren Beruf geben: Seit vielen Jahrzehnten werden in Deutschland Autos von verschiedenen Firmen hergestellt und/oder verkauft. Alle diese Firmen sind der festen Überzeugung, dass SIE die besten Autos haben. Alle kämpfen um Marktanteile – teils mit harten Bandagen. Das nennt sich dann freie Marktwirtschaft.

Ebenso verhält es sich mit den Unternehmern und deren Angestellten. Beide kämpfen um IHRE Anteile am Gewinn – teils mit harten Bandagen. Das nennt sich dann soziale Marktwirtschaft.

Aber sie sitzen alle trotzdem an einem Tisch! Weil sie ein gemeinsames Ziel haben! Sie wollen von dem Ertrag ihrer Arbeit leben. Bei allen Unterschieden treten sie nach außen geschlossen auf. Ob es nun im Verband der Automobilindustrie oder in den Gewerkschaften ist.

Und was machen die Hundetrainer?

Sie schlagen sich erst einmal über das Thema die Köpfe ein, wer das bessere System hat. Lasst doch den Kunden entscheiden. Solange sich die Tätigkeit im gesetzlichen Rahmen bewegt, lasst doch jedem seine Freiheit. Wem der gesetzliche Rahmen nicht gefällt, dem steht es frei, den im Grundgesetz vorgesehenen Weg zu beschreiten, dieses zu ändern. Das heißt, dass der sich Mehrheiten suchen muss, die mit ihm dieser Meinung sind. Und dass es selbst eine kleine Gruppe schafft, sieht man an der Änderung des Tierschutzgesetzes. Weil die anderen eben… nur darüber streiten, wer „besser“ ist. Frei nach dem Motto „Teile und herrsche“ – Wobei es besonders praktisch ist, wenn man erst gar nicht teilen muss.

(Zur besseren Lesbarkeit wurden nur die maskulinen Bezeichnungen gewählt.)

 

Lissy